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Debüt einer jungen Autorin

Man staunt nicht schlecht, wenn man das Erst­lings­werk der 14-jäh­rigen Maja Ronca liest. Die Jung-Au­torin hat nicht nur eine klasse Schreibe, son­dern auch einen scharfen Blick auf den Alltag und für ihre Mit­menschen. Noch dazu zeigt sie ein er­staun­lich feines Ge­spür für Pro­bleme, die Er­wach­sene haben. Die Prot­ago­nisten und Ne­ben­­fi­guren in der Ge­schichte "Ver­lieben ist fast nur was für Mäd­chen" sind über­­­zeu­gend ge­staltet, die ver­schie­denen Hand­lungs­stränge ge­schickt ver­webt. An­ders als Le­ander Win­kels, der im Herbst ver­gan­genen Jahres mit dem Roman "Die Blumen des Bösen" als jüngster Autor der Frank­furter Buch­messe in den Me­dien Fu­rore machte, ent­führt Maja Ronca den Leser aber nicht in eine mys­te­riöse Fan­ta­sie­welt. Zwar sind Hand­lung und Fi­guren frei er­funden sind, den­noch bleibt die Ge­schichte den realen Er­fah­rungs­ho­ri­zonten eines Tee­na­gers treu, der in einer Stadt mit knapp 24.000 Ein­woh­nern lebt. Und so ist das Debüt auch des­halb ein Licht­blick, weil die 14-Jäh­rige die Le­bens­ge­fühle einer jungen Ge­ne­ra­tion ar­ti­ku­liert, die be­hütet auf­wächst. – Mit an­deren Worten: Es gibt sie also doch: ganz "nor­male" Tee­nager mit ganz "nor­malen" Pu­ber­täts­pro­blemen.

Die Ge­schichte, die Maja Ronca mit 11 Jahren zu schreiben be­gann, spielt in der Vor­­weih­nachts­zeit, in jenen hek­ti­schen Tagen also, in denen die Er­wach­senen be­kannt­lich be­son­ders viel um die Ohren haben. Im Mit­tel­punkt steht die 13-jäh­rige Abby aus der 7. Klasse. Ein auf­ge­wecktes Mäd­chen, das in Physik und Chemie locker auf Eins, in Mathe auf Drei und in Fran­zö­sisch auf Vier steht. Ob­wohl die kleine Schwester Hannah, die ein ein­ge­fleischter Lilli-Fan ist, gerne quen­gelt, küm­mert sich Abby rüh­rend um sie. Sorgen macht sich die 13-Jäh­rige um ihre El­tern, die seit ei­niger Zeit ge­trennt leben und unter dieser Ent­schei­dung of­fen­sicht­lich leiden. Abby fasst den Ent­schluss, sie wieder zu ver­söhnen. Noch mehr Un­ruhe in die Ad­vent­s­zeit bringen eine neue Klas­sen­ka­me­radin und eine Groß­mutter, von deren Exis­tenz Abby bis­lang nichts wusste. Zu allem Übel kommen son­der­bare Schmet­ter­lings­ge­fühle hinzu, die Abby nicht recht ein­zu­ordnen weiß. "Früher war es ganz normal ge­wesen, sich auch mit Jungen zu treffen. Man hatte zu­sammen Fuß­ball ge­spielt, traf sich zu einer Tasse Kakao und machte zu­sammen Haus­auf­gaben. Oder man spielte im Wald Ver­steck, wo es so schön dicke Baum­stämme gab. Doch jetzt war es ko­misch. Es war nicht mehr so ein­fach wie früher …"

Herz­bube ist der drei Mo­nate äl­tere Luke, der mit Abby seit Kin­der­gar­ten­tagen eng be­freundet ist. Al­ler­dings scheint er der at­trak­tiven Neuen in der Klasse zu­ge­neigt zu sein, die sich bes­tens darauf ver­steht, Jungen zu be­zirzen. Ein ver­meint­li­cher Knutsch­fleck auf Lukes Nacken bringen Abbys zarte Ge­fühle vollends durch­ein­ander …

Maja Ronca: Ver­lieben ist fast nur was für Mäd­chen, As­colta Verlag

 

Kommentare

  • Der hat im Herbst 2008 als Debütant in Deutschland...
  • Danke für den Tipp, Tiniaden. Nie von diesem Autor...
  • Joachim Kaiser nannte die Haskil, die ab ihrer Pub...

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