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Da sind wir nicht nur leise, da steht alles still. - Stille ist mehr als die Abwesenheit von Lärm

Dass Stille nicht mit Ruhe zu ver­wech­seln ist, darauf ver­weist ein am­bi­tio­niertes Pro­jekt, das Pater An­selm Grün ge­meinsam mit dem Kom­po­nisten und Flö­tisten Helge Burg­grabe ver­wirk­lichte. Das Werk "Zeiten der Stille" weist Wege, die tran­szen­die­rende Kraft der Stille zu er­fahren. Es be­steht aus einem an­spre­chend ge­stal­teten Buch mit Re­fle­xionen An­selm Grüns und zwei CDs. Eine CD bringt die Kom­po­si­tion "Zeiten der Stille" von Helge Burg­grabe zu Gehör, auf der an­deren CD spricht Pater An­selm Grün Me­di­ta­tionen, die in die Stille führen.

Zu Recht weist der Be­ne­dik­tiner darauf hin, dass Stille etwas völlig an­deres ist als das, was eine sich ober­fläch­lich ge­bende Welt kon­no­tiert. Stille ist mehr als nur die Ab­we­sen­heit von Lärm. Sie weist auch über den Zu­stand hinaus, an den wir ge­meinhin denken, wenn wir Aus­drücke wie "zur Ruhe kommen" oder "zur Ruhe finden" ver­wenden. "Stille ist ein Zu­stand, etwas, das auf den Men­schen trifft. Die Stille ist da, bevor der Mensch etwas tut. Stille hat eine ei­gene Qua­lität. Es ist die Qua­lität des reinen Seins. In der Stille bricht etwas auf, das wir nicht mehr be­nennen können. Es ist das Ge­heimnis schlechthin. In der Stille kommt das Wesen der Dinge zum Vor­schein."

Der geist­liche Lehrer An­selm Grün lotet die spi­ri­tu­elle Di­men­sion von Stille aus. Er erin­nert daran, dass uns in der Stille rei­ni­gende und er­neu­ernde Kräfte zu­kommen, und mahnt ihre hei­lenden Aus­wir­kungen für un­sere laute Ge­sell­schaft an. Dar­über hinaus be­schreibt er Wege, die in die Stille führen. Das mag das zu­ge­wandte Schweigen zwi­schen Lie­benden sein, ein Spa­zier­gang in der Natur oder das stete Wan­deln im Kreuz­gang. Nicht zu­letzt treten seine Aus­füh­rungen auch den Be­weis an, dass uns Worte di­rekt in die Stille ge­leiten können. Die Re­fle­xionen und die Me­di­ta­tionen auf der bei­lie­genden CD ent­wi­ckeln viel­fach eine ma­gi­sche Kraft, die spüren lässt, was Grün mit jenem "All-eins-Sein" meint, das sich in der Stille of­fen­bart. Musik ist eben­falls ein vor­züg­li­ches Me­dium, um Stille in ihrer spi­ri­tu­ellen Di­men­sion er­fahrbar zu ma­chen. Diesem An­liegen widmet sich der Kom­po­nist und Flö­tist Helge Burg­grabe. Er setzt An­selm Grüns Re­fle­xionen über die Stille mu­si­ka­lisch über­zeu­gend um. Die Kom­po­si­tion bringt die un­ter­schied­li­chen Fa­cetten von Stille zum Klingen. Gre­go­ria­ni­sche Musik mit im­pro­vi­sie­render Flöte, vier- bis acht­stim­miger Chor­ge­sang, Im­pro­vi­sa­tionen auf der Orgel und Ar­beiten von Jo­hann Se­bas­tian Bach öffnen Wege in die Stille. Die Musik, die vor­nehm­lich in der ro­ma­ni­schen Krypta der Ka­the­drale von Char­tres und der Kirche St. Jo­hannis in Ham­burg auf­ge­nommen wurde, führt in die ei­gene Mitte, an den in­nersten un­be­wegten Punkt, über den der Be­ne­dik­ti­ne­rabt schreibt. Herz­stück der viel­schich­tigen Kom­po­si­tion ist der drei­tei­lige "Hymnus der Stille", den Iris Berben ein­drucks­voll re­zi­tiert.

An­selm Grün/Helge Burg­grabe: Zeiten der Stille, Clau­dius Verlag

Siehe dazu auch die Ge­spräche mit Helge Burg­grabe und Pater An­selm Grün{jcom­ments on} (Au­toren-Ge­spräche)

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  • Danke für den Tipp, Tiniaden. Nie von diesem Autor...
  • Joachim Kaiser nannte die Haskil, die ab ihrer Pub...

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