lesenleben.de

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Der Twitteratis #schoenesWort steht zur Wahl

Wer hätte das ge­dacht? Da twit­tere ich am 7. Ja­nuar mor­gens beim ersten Kaffee „Ge­danke ist ein schönes Wort“ – und was wird aus diesem spon­tanen Tweet? Eine statt­liche Samm­lung mit Worten, die Twit­te­ratis für schön halten.
Sage und schreibe 2.450 Wort-Nen­nungen sind in den ver­gan­genen Wo­chen zu­sam­menge­kommen! Heißt das: Wer auf 140 Zei­chen setzt, der ver­steht sich auch auf schöne Worte? In der Tat: Twit­te­ratis sind Sprach­lieb­haber. Das be­weist be­reits der Um­stand, dass sie ihr schönes Wort gerne in einen schönen Satz pa­cken:

@mu­ronie: Wenn "ge­schafft!" (#schoe­nes­Wort) kein er­freuter Aus­druck des Ab­le­gens mühse­ligen Schaf­fens ist, steckte wohl nicht viel Ar­beit da­hinter
@Ei­nedie: Eine, die zwi­schen Wa­chen und Schlafen zu Hause ist. Schlaf­trunken, #schoe­nes­wort
@Sa­kiaH­einen Span­nungs­bogen, was für ein #schoe­nes­Wort. Und was für ein die­bi­scher Spaß, einen zu spannen

Fest­zu­halten wäre ferner, dass Twit­te­ratis viel Gefühl zeigen. Sie be­vor­zugen Wortkom­bi­na­tionen mit Herz-, Lieb- und Seele-. Dicht auf folgen Ein­rei­chungen, die mit Wohl-, Stern- und Traum-/Träume- be­ginnen. Worte wie Knutsch­kugel (@mu­schel­zy­presse), Her­zwup­pern (@Klei­nes­Nerd­chen), See­len­jubel (@Lies­Doch) oder auch Ho­den­hoch­stand (@sp2307) weisen auf eine wei­tere Ei­gen­schaft hin: Twit­te­ratis haben viel Fan­tasie. Sie er­freuen sich an Wort­spie­le­reien und -er­fin­dungen. Zudem stehen laut­ma­le­ri­sche Worte wie dun­kelum­wunden (@Se­miose) oder nachtmützig (@Frau­ke­Watson) stehen hoch im Kurs.

 

 

Noch ein Be­fund: Twit­te­ratis neigen fremden Worten zu: He­mi­pa­rese (@ka­ta­lisis), Iso­hypsen (@schus­ter­junge), Ono­ma­to­poesie (@Hut­zel­buck), um ei­nige Bei­spiele zu nennen. – Wollen Twit­te­ratis mit ihrem Faible etwa auch unter Be­weis stellen, dass sie um­fas­send ge­bildet sind und über spe­zi­elle Kennt­nisse verfügen? Mir je­den­falls war so man­ches Wort bis­lang un­be­kannt. Hand auf’s Herz: Wer weiß denn schon, was Arau­karie (@buch­fieber) oder Phi­le­ma­to­logie (@le­nerl; @Re­ti­culum) be­deuten?

Wenig ver­wun­der­lich ist, dass schöne Worte bei Twitter häufig si­tuativ und kon­text­ge­bunden da­her­kommen. Sie sind spontan aus einem un­mit­tel­baren Er­leben/Er­lebnis ent­standen:

@Mar­taVJ Regen #schoe­nes­wort in Ma­drid!!
@le­bens­schritte #schoe­nes­wort Rad­mut­tern - was für ein Wort...so kann ich mich meinem Auto voll und ganz an­ver­trauen - jetzt sind sie nach­ge­zogen
@_phoeni ein #schoe­nes­wort ist ja auch Pfau­en­auge - ich esse ge­rade das dritte :-)

Auch das Welt­ge­schehen und das ak­tu­elle po­li­ti­sche Geschäft reden bei Twit­te­ratis #schoe­nes­Wort gerne ein Wört­chen mit:

@Das_Lo­ru­paeum Hat schon je­mand Tahrir-Platz ميدان التحرير‎ ge­nannt? #schoe­nes­wort
@TT_TPR "Gut­ten­berg-Druck" ist ein #schoe­nes­wort: neu, um­gangs­sprach­lich (Schüler) f. "Ab­schreiben" - Po­litik hat doch Wir­kung!
@Krise_K und leicht zu er­kennen: Ori­ginal Buch­druck 1 t , Ver­vielfälti­gung 2 t :-) #Gu(t)ten­berg #schoe­nes­Wort


http://www.twitt­woch.de/schoe­ne­wort­wahl/

 

Kommentare

  • Der hat im Herbst 2008 als Debütant in Deutschland...
  • Danke für den Tipp, Tiniaden. Nie von diesem Autor...
  • Joachim Kaiser nannte die Haskil, die ab ihrer Pub...

Über uns

Willkommen auf Lesenleben! Assoziiert mit Prittwitz & Partner wollen wir hier Betrachtungen und Empfehlungen rund um die (Bücher-) Welt anregen. Wir freuen uns auf Beiträge und Kommentare.

      LLklein

 powered by  2010